Woher kommt der Faslam?
Faslam zwischen den Kriegen

Der erste Nindorfer Faslam vor 50 Jahren

Kömbuddelsuchen

Über das Schnorren

Das Geld

Über das Trinken

Eine Geschichte vom Faslam 1960

Die Gäste

Was war sonst noch los in früheren Jahren

Die Nindorfer Auguste
2000, das Jubiläumsjahr
Die lustigen Nindorfer
Kindertanz und Kindermaskerade
Der Montagabend - der Ausklang des Faslams

Die Faslamseltern

 

 

 

 

Woher kommt der Faslam?

Das Wort ”Faslam” hat seinen Platz ganz sicher im Plattdeutschen und steht da in einer Reihe mit Fastlam und Bastelabend. Hören wir uns zum Rhein hin um, treffen wir auf Fastnacht oder Fassenacht. Im Allemanischen und Bayrischen spricht man von Fasching.

Nun kennt unsere Sprache das Wort ”fasten”, das früher auch ”vasten” hieß und noch heute im Wort ”fest” oder im Plattdeutschen ”fast” vorhanden ist. Wer fasten will, soll also an etwas festhalten. Und schon die ostgotische Kirche hatte bereits im 5. Jahrhundert Regeln erarbeitet, nach denen man zu leben oder an denen man sich festzuhalten hatte.

Dieses Fasten dehnte sich auf fast alle menschlichen Bereiche aus, engte menschliche Leidenschaften ein und führte zu ganz bestimmten Sitten und Gebräuchen und in vielen Dingen zu großer Enthaltsamkeit.

Zunächst war dieses Fasten nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, bis im 12. Jahrhundert die römische Kirche die vorösterliche Zeit zur Fastenzeit bestimmte.

Vielgestaltiges ländliches Brauchtum weist auch darauf hin, dass sich die Fastnacht als ein Vorfrühlings- und Fruchtbarkeitsfest auf dem Dienstag vor Aschermittwoch ansiedelte. Faslam wurde zum Abend vor dem Fasten. Am Faslam stand ein siebenwöchiges Fasten bevor, das mit Enthaltsamkeit einherging.

Da wollte man doch am Vorabend dieser trüben Zeit noch einmal richtig feiern, Faslam feiern, und wen sollte es da nicht wundern, wenn nicht gerade die Junggesellen zu diesem Treiben alle Jahre den Anstoß gegeben hätten.

 

Faslam zwischen den Kriegen 

Es sind 50 Jahre vergangen, als die Nindorfer ihren ersten Faslam feierten. Und doch wissen die älteren Einwohner, dass es noch früher einen Nindorfer Faslam gegeben hat. Einer von denen ist Fritz Pohlmann, auch Tödters Fritz genannt, der uns an dieser Stelle davon erzählt:

 ”Das war damals im Januar 1920, also nicht vor 50 sondern vor genau 80 Jahren, als Nindorf noch ein echtes kleines Heidedorf mit 28 Wohngebäuden war, in dem es viele Fachwerkhäuser mit breiten Strohdächern gab, in denen auch die Bauern mit ihrem Gesinde, den Knechten und Mägden lebten und ihre Höfe bestellten.

Es waren wohl je 3 Knechte auf Lührs-, Eylers- und Kroygershoff, dazu je ein, zwei oder drei auf Smäs- und Pohlmannshoff. Diese “Leute“, wie sie auch genannt wurden, gaben den Anstoß zum Faslam in Nindorf, nachdem sie aus der Umgegend von solchen Festen gehört hatten. Als die Bauern diesem Vorhaben zustimmten und auch deren Söhne sich am Anbinden des Faslams beteiligten, konnte Ende Januar der erste Faslam gefeiert werden. Von nun an hatte das Dorf jedes Jahr sein Faslamsfest, bis der zweite Weltkreig 1939 diesen Rhythmus unterbrach.”

Gefeiert wurde regelmäßig am letzten Wochenende im Januar, sonntags, montags und dienstags in der neu erbauten Wirtschaft von Främbs nach einem festen Ritual, wie sich Fritz erinnert:

”Sonntags war immer Tanz, zu dem eine große Kapelle aufspielte und an dem neben der Dorfbevölkerung auch Gäste aus Ollsen teilnahmen.

Montags zogen die Faslamsbrüder zum Schnorren durch das Dorf, was den ganzen Tag dauerte, weil noch in jedem Haus richtig Einkehr gehalten und dabei auch mit den Faslamsleuten getanzt wurde.

Gegen Abend kehrten alle mit den milden Gaben, die vor allem aus Wurst, Speck und Eiern bestanden, ins Gasthaus zurück, wo man gleich die Skatbrüder zum großen Preisskat erwartete.

Dienstags klang der Faslam in gemütlicher Runde aus, in der die Faslamsbrüder sich an den gesammelten Naturalien wohl taten. Dazu wurden Bier und Korn getrunken.”

Auch erinnert sich Fritz an die wirtschaftliche Situation des damaligen Faslams: „Einstand, den nur die Faslamsbrüder zu zahlen hatten, betrug in all den Jahren um 3,00 Mark. Dazu nahmen die Organisatoren zum Tanz am Sonntag 1,00 oder 1,50 Mark als Eintrittsgeld. Beim Schnorren kam zu der Zeit noch kein nennenswerter Geldbetrag zusammen. Da auch die Ausgaben gering waren, blieb erfreulicherweise ein in der damaligen Zeit beachtlicher Betrag übrig, den die Veranstalter am Sonntag nach dem Fest in der Gastwirtschaft verzehrten.”

 

Der erste Nindorfer Faslam vor 50 Jahren

Wie nach dem Ersten Weltkrieg, so hörten auch nach dem Zweiten Weltkrieg die Nindorfer von den Faslamsfeiern aus der Umgebung. Waren es damals aber die jungen Leute gewesen, die den Anstoß zum Faslam gegeben hatten, so war es nun die Wirtin Hermine Matthies. Sie fragte unter der Jugend nach, ob Nindorf nicht auch wie vielerorts wieder Faslam feiern wolle.

Da war es zuerst Otto Krug, der die Anregung aufnahm und die jungen Männer im Dorf um sich versammelte. Das war um die Weihnachtszeit 1949, und schon am letzten Wochenende im Januar des neuen Jahres sollte der erste Faslam stattfinden. Schnell musste man alle Einzelheiten besprechen, welche die Besonderheit eines solchen Festes ausmachten:
·         An welchen Wochentagen soll Faslam sein?
·         Wann soll der Tanz stattfinden?
·         Soll ein Preisskat zum Fest gehören?
·         Wie finden wir eine Musikkapelle?
·         Was ist mit dem Schnorren und dem Kömbuddelsuchen?
·         Woher nehmen wir das Geld für den Faslam?
·         Findet ein Essen statt?
·         Wo soll getanzt werden? Hatte das einzige Gasthaus im Dorfe doch bis 1958 noch keinen Saal!
·         Wer hat einen Fotoapparat für Erinnerungsfotos?
·         Wer kann hinter der Theke stehen, wenn die Wirtin die Küche betreibt?

Für all diese Fragen war Otto Krug mit seinen Faslamsbrüdern der richtige Mann. Darum gilt er in Nindorf als der erste Faslamsvadder nach dem Krieg. Eine Faslamsmudder stand ihm damals noch nicht zur Seite, es gab aber einen Adjutanten, der des Vergnügens wegen ernannt wurde. Jetzt und in allen folgenden Jahren war das Erich Menke. Hinter der Theke sollte an zwei Tagen Ewald Schierhorn Schnaps und Bier ausschenken.

Kam nun das letzte Wochenende im Januar heran, trafen sich die jungen Männer Nindorfs sonnabends nach dem Mittag im Gasthaus bei Främbs. Damals wird Erich Menke vom Perhop einer der letzten gewesen sein und mit einem lauten Faslamsruf alle anderen begrüßt haben.

So erinnert sich Heinz Leu heute noch genau, dass von nun an der Nindorfer Faslam jedes Jahr als eröffnet galt, wenn Erich in die Tür kam und allen sein lautes ”Faslam” entbot. Gleichzeitig griffen alle fleißig nach Bier und Korn, unterhielten sich angeregt und verbrachten so den ersten Faslamstag.

1950 und in den Jahren darauf waren dann am Sonntag und Montag die Höhepunkte des Faslamstreibens. Sonntags suchten die Faslamsbrüder zuerst nach der Kömbuddel, die auf irgendeinem Gehöft im Dorf versteckt war. Abends gingen Jung und Alt zum Tanz, der im Eckzimmer und nach Bedarf auch in den anderen vorderen Gasträumen stattfand, da Främbs erst 1958 einen Saal an ihr Gasthaus anbauten.

Schnorren gingen die Nindorfer montags. Das war zuerst auch der Tag der Skatspieler. Für die Faslamsbrüder gab es die geschnorrte Wurst und Eier mit Kartoffelsalat, von der Wirtin angerichtet. Abends spielte nochmals eine Kapelle zum Tanze auf. Damit sollte der Faslam zu Ende gehen. Nur die jungen Leute hatten noch am Dienstag Lust, um- und aufzuräumen, woran sich ein abschließendes Trinkgelage anschloss.

Wer sich um Erinnerungsfotos bemühen wollte, konnte in den nächsten Tagen in Hanstedt bei Foto-Meyn nachfragen. Der war zum Fotografieren gebeten worden.

 

Kömbuddelsuchen

Eine Kömbuddel, die zunächst als Wahrzeichen des Faslams unter der Decke des Tanzsaales hängen musste, nach dem Einbau des Kamins aber darauf stehen sollte, konnte nicht irgendeine Flasche Korn sein. Darum haben sich die jungen Männer auch dazu schon etwas einfallen lassen:

Die Faslamseltern wählen jedes Jahr eine Familie aus, auf deren Grundstück sie beide heimlich die genannte Flasche verstecken, das kann in einer Garage, einem Stall, einer Scheune, auf dem Hof oder im Garten sein, wenn nur die betreffende Wohnung verschont bleibt.

Am Sonnabendmittag versammeln sich die Faslamsbrüder und –schwestern im Festlokal zum Kömbuddelsuchen. Nachdem der Faslamsvadder einen Hinweis auf das ausgewählte Haus gegeben hat, setzt sich die Schar unter den Klängen eines Spielmannszuges in Richtung Kömbuddel in Bewegung.

Bisher führten alle Jahre die Ramelsloher oder Asendorfer Musikanten die Gruppe an. Ist die Suche unter lautem Jubel erfolgreich beendet, findet ein fröhlicher Umtrunk statt, der gelegentlich mit einem kleinen Imbiss im Kreise der jeweils ausgewählten Familie endet.

Jemand hängt die so zu besonderer Bedeutung gewordene Kömbuddel auf eine Gaffel, mit ihr sowie der Musik zieht die Schar zurück ins Gasthaus und stellt die Flasche an ihren Platz oben über dem Kamin, von dem sie zum Schluß des Faslams, beim Lagerfeuer, geholt und geleert wird.

 

Über das Schnorren

Sehen wir von der Unterbrechung infolge des letzten Krieges ab, feiert Nindorf achtzig Jahre Faslam, und von Anfang an gehörte neben der Musik das Schnorren dazu.

Das Dorf aber war 1920 noch ein richtiges kleines Heidedorf mit seinen 28 Wohnhäusern, die, soweit sie um den Ortskern, den Buursod und die Tränke lagen, bis auf eines alle Fachwerkhäuser mit Strohdach gewesen sind. Es gab noch keinen elektrischen Strom. Auf allen Gehöften stand noch ein Backhaus, auf manchen ein verfallener Schafstall und manchmal gab es noch ein Flett, auf dem die Bauersfrau kochte. Die letzten Häuser, in denen der Rauch von der Kochstelle oben auf der Diele entlang durch die Missendör und über den Hausboden durch das Uhlenlock oder durch die geöffnete obere Halbtür abzog, verschwanden 1951 -Hilmershoff und de Achterdieker.

In jedes dieser 28 Häuser kehrte die lustige Narrenschar ein, begleitet von drei, vier Musikern, die in jedem Haus zuerst ihre Blasinstrumente auftauen mussten, wenn der Januar kalt war.

Die Faslamsbrüder aber schwärzten ihre mitgebrachten Korken an der rußigen Herd- oder Ofenplatte, um sich dann gegenseitig und den Gastgebern die Gesichter einzufärben. Karl Schütt erinnert sich heute noch, wie er und andere Schnorrer ”Schorsch” Krug den kahlen Kopf tüchtig angeschwärzt hatten und Schorsch dieser Spaß zu viel wurde.

Wenn die Musiker, die Hausleute und die Faslamsbrüder sich im Haus versammelt hatten, spielte die Musik und es gab ein paar Tänze. Daran erinnert sich Tödters Fritz aus der Zeit vor dem Krieg und
Karl Schütt mit anderen aus der Zeit danach. In jedem Haus fand dann ein kleiner Faslam statt.

Und wenn unsere damaligen Schnorrer sich recht auf dieses Zeremoniell besinnen, gab es in vielen Häusern noch einen kleinen Imbiss. Zum Schluss holte die Hausfrau eine Wurst oder ein paar Eier aus der Kammer und gab sie den Schnorrern mit auf den Weg. Diese hängten sie auf ihre Gaffel oder legten sie in den mit Häcksel angefüllten Korb. Wie zur Begrüßung, so gab es auch zum Abschied für alle noch einen Schluck, bevor sich die Bettelschar mit Musik zum nächsten Haus trollte.

Von 1950 an begleitete ein lustig herausgeputzter Clown unsere Narrenschar auf ihrem Weg durch das kleine Dorf. Für diesen Clown fertigte Schneider Jandt eigens zu diesem Zweck ein Kostüm an.

Nun ist das Dorf größer geworden. Statt der Naturalien gibt es überwiegend bares Geld und alkoholische Getränke, wofür die Faslamsgesellschaft an dieser Stelle allen Nindorfern herzlich dankt.

Das gemeinsame Essen findet nicht mehr nur unter den Faslamsveranstaltern statt, sondern alle aus dem Dorf und auch Abordnungen aus den umliegenden Dörfern sind dazu jedes Jahr freundlichst eingeladen.

 

Das Geld

Feste Arbeiten bringt Geld, Feste feiern kostet Geld!

Darum musste als Grundsatz für alle Veranstaltungen des Faslams gelten: Was die Faslamsbrüder auch zu veranstalten gedenken, es muss Spaß und Freude dabei sein und gleichzeitig auch Geld einbringen; denn zu bezahlen waren vor allem:
·         die Musik für die Tanzabende
·         die Musik für die Begleitung der Schnorrer
·         die Beköstigung der Musiker
·         die Bewirtung aller Gäste am Dorfabend, dem Montagabend mit Essen und Trinken
·         Getränke zum Schnorren und Kömbuddelsuchen
·         die Werbung und die Saalgestaltung
·         die Ausstattung der Faslamsauguste
·         die Knobel- und Skatpreise
·         die Preise und Geschenke für den Kinderfaslam
·         die Musik zum Kinderfaslam und den Tanzabenden
·         und in manchen Jahren eine Vergnügungssteuer
·         die GEMA
·         die Versicherungen 

Was nichts kostete, waren die Preise für die Tombola am Montag. Sie wurden in jedem Jahr von der Faslamsgesellschaft in der Einwohnerschaft gesammelt. Besonders die Geschäftsleute aus Hanstedt und Nindorf trugen zum Gelingen der Tombola bei, indem sie ansehnliche Preise stifteten.

Das erste Geld für die Faslamskasse brachte der Einstand, den jeder Faslamsbruder zu zahlen hatte. Dieser betrug vor dem Krieg 3,00 RM und erhöhte sich in der Folgezeit bis heute auf 18,00€.

Zunächst zahlten diesen Einstand nur die Faslamsbrüder, später auch die Faslamsschwestern und alle übrigen Dorfbewohner, die am letzten Abend des Faslams bei dem Essen, den Faslamsaugusten, den Büttenreden, der Tombola, dem Tanzen und dem Lagerfeuer dabei sein wollten.

Hatte der Eintritt vor dem Krieg 1,00 RM oder 1,50 RM betragen, so verzichteten die Faslamsbrüder als Veranstalter nach dem Krieg auf ein Eintrittsgeld. Dafür aber trat man mit dem Hut an alle Gäste heran, waren es nun Männer und Frauen aus Nindorf oder auch Auswärtige, insbesondere Hanstedter, Ollsener, Asendorfer und Garlstorfer, und bat um eine freiwillige Spende.

In späteren Jahren ließ man von dieser Art wieder ab und nahm wieder Eintritt.

Die Skatspieler zahlten alljährlich ihren Einsatz, der sich nach dem Wert der ausgesetzten Preise richtete. Außerdem zog der Faslamsvadder mit seiner Begleitung während des Spielens von Tisch zu Tisch, gebot jedem einen vergnüglichen Faslam, reichte dazu einen Schnaps und bat um einen freiwilligen Beitrag, der Ende der Siebzigerjahre besonders hoch ausfiel, weil die Faslamsgesellschaft in der Zeit nach dem Skat mit einem gemeinsamen Grützwurstessen aufwartete.

Am Faslamsmontag füllte sich neben dem Einstand von allen, die nur für diesen Abend Faslamsbrüder oder –schwestern sein wollten, die Kasse noch einmal während des Knobelns und vor allem mit der großen Tombola, die erstmals 1978 stattfand.

Beim Schnorren hielt die Dorfschaft lange Zeit an einer Gabe in Naturalien fest. Erst allmählich kamen auch Beträge in bar zusammen. Wollte für die Veranstalter das Geld nicht reichen, fuhren sie auch nach Hanstedt und baten dort vor allem die Geschäftsleute um eine Geldspende. Es sei an dieser Stelle zu erwähnen, dass
Dieter Riedel und Heinz Leu 1961, als sie Faslamseltern waren, eigens alle Hanstedter Gasthäuser aufsuchten und dort schnorrten. Schon in den Fünfzigerjahren hatte die Tour nach Hanstedt rund 50,00 DM eingetragen, damals ein sehr ansehnlicher Betrag.

 

Über das Trinken

Blicken wir auf die Anfänge des Faslams zu Beginn der Fünfzigerjahre zurück, erscheint uns manches von damals reichlich übertrieben. So fanden zuerst an zwei oder gar drei Abenden Tanzveranstaltungen statt. Beim Schnorren kehrte die fröhliche Gesellschaft überall ein, als sei jede Wohnung im Dorf ein Festlokal. Und wenn im Gasthaus die Lichter ausgingen, zogen viele Faslamsbrüder wie auch –schwestern zum Nachtvesper mit in die Häuser ihrer Freunde. Die tollste Ausgelassenheit zeigte sich in den Jahren nach Kriegsende aber wohl darin, dass viele junge Männer glaubten, ohne Alkohol könne keiner Faslam feiern. Für manche junge Vatertiere begann und endete der Faslam mit Bier und Korn.

Erich Menke kommt ins Gasthaus, ruft zum Faslam auf und gleich wird Runde um Runde getrunken. Aus Freude und Unterhaltung wird später am Abend Lärm, manchmal Prügelei; man bringt die ersten Faslamsbrüder in die sogenannte Ausnüchterungszelle, einen Raum, der die Verbindung zwischen Flur und Küche herstellte und von der Wirtin für diese besondere sanitäre Aufgabe während des Faslams zur Verfügung gestellt wurde. Wie sich die Hartgesottenen noch heute erinnern, war dieser Raum über alle Faslamstage hinweg gut belegt.

Da es für den harten Kern der Faslamsbrüder in den ersten Jahren vermutlich gar nicht ohne Alkohol gehen wollte, Bier und Korn zusammen jedoch 0,40 DM kosteten, hatte mancher der Teilnehmer vorher zu Hause mit Schwarzbrennerei gut vorgesorgt. Wenn Karl Schütt heute sagt, allein auf dem Weg beim Schnorren von Främbs über Lührs- und Eylershoff bis hinauf zum Perhop habe man in einem der ersten Jahre 29 Flaschen Schnaps nötig gehabt, davon sieben allein schon bei Lüers und Eylers, gewinnen wir heute wohl den Eindruck, dass die Faslamsbrüder damals einer anderen Rangordnung beim Faslam folgten als heute.

Ein andermal kehrten die Schnorrer bei Schorsch Krug ein und machten sich dort -vielleicht versehentlich- über einen Behälter mit Weinessig her. Dabei überkam es Hermann von der Heide. Er fand den Heimweg nicht und konnte nicht auf seinen Beinen stehen. Seine Begleiter aber waren auch nicht in der Lage, ihn zu stützen. So fiel er abseits vom Weg auf einen Acker, und darauf packten seine Begleiter ihn bei den Gliedmaßen und zogen ihn querfeldein nach Hause.

Ein Faslamstag konnte auch anders zu Ende gehen. Der Genuss von Korn und Bier regte zuweilen auch zu singen an. Allerorts, beinahe als eine Art Hymne galt ”Alle Faslamsbrüder leben so wie ich und du,...”. Das war bisher auch in Nindorf alle Jahre wieder der bekannte Schlager der Faslamsleute, ob beim Trinken, Tanzen oder Schnorren.

Aber die Nindorfer erinnern sich noch heute, dass der Ohrwurm der Siebzigerjahre auch anders hieß, nämlich ”Nindorfer Nächte sind lang...”.

Der Alkohol konnte sich auch noch von einer anderen Seite zeigen. Er regte nicht nur zum Singen an, sondern förderte auch lautes Gerede, das in Streit ausartete, der oft genug zu derb-groben Prügeleien auswuchs und stets bereitwillig, tüchtig und schlagkräftig durch das Eingreifen von Karl Schütt, Günter Koeplin und Waldemar Kornack beigelegt wurde. Wie bei vielen Tanzveranstaltungen, so endeten auch beim Faslam manche Abende mit handfesten oder faustdicken Argumenten.

Lange Zeit trafen sich die Vertreter der Wasserinteressengemeinschaft und die Faslamsbrüder zum Saalschmücken gleichzeitig. Wieder ein Grund etwas mehr zu trinken!

Ehemalige Fastnachter sind heute noch der Meinung, dass in manchen Jahren am Abend nach dem Faslam, am Dienstagabend, wenn die Tanzfläche aufgeräumt wurde, noch mehr getrunken worden ist als an den eigentlichen Faslamstagen. Eine eher traurige Bilanz, aber es war vom Faslam jedes Jahr noch Geld in der Kasse geblieben.

Es schien ein Relikt aus der Kaiserzeit zu sein, wenn beim Faslam zwischen den Kriegen ein Gendarm anwesend war, der sich während der Feierlichkeiten an den tollen Tagen von Amts wegen in der Wohnstube der Wirtsleute aufhielt und bei tätlichen Auseinandersetzungen jederzeit gerufen werden konnte, um Streit zu schlichten. Das war vor siebzig und achtzig Jahren und erregt heute vielleicht ein wenig Kopfschütteln. Auch am Geschehen des Faslams hat sich in achtzig Jahren manches geändert.

 

Eine Geschichte vom Faslam 1960

Es war einmal an einem Faslamsabend in Nindorf. In Främbs Gasthaus saßen die Faslamsleute gesellig beisammen und verzehrten mit Wohlbehagen die geschnorrte Wurst und Eier mit Kartoffelsalat, den die Wirtin Hermine Matthies angerichtet hatte. Als alle reichlich gegessen, das letzte Glas getrunken und einige Streiche vom vergangenen Faslam erzählt hatten, ging die Uhr auf Mitternacht zu, aus der Küche kam die Wirtin und gebot, da es wirklich an der Zeit war, ihren Gästen Feierabend. Wahrscheinlich wären alle noch gern geblieben, aber sie wussten auch, dass Hermine Haus, Küche und Gasträume voller Gäste zu führen wusste. Ihr Wort galt drinnen wie draußen, im Hause und unter den Gästen wie auch bei den Faslamsbrüdern. Die Faslamsgesellschaft musste sich erheben und das Lokal verlassen. Während manche sich auf den Heimweg machten, war es anderen viel zu früh, nach Hause zu gehen. Zu schade, dass der Faslamsabend hier vor der Tür des Gasthauses so kläglich enden sollte! Faslam und kaum Mitternacht, da musste doch noch etwas passieren!

Wenn vor zehn und mehr Jahren die Musikkapelle ihre Instrumente einpackte, weil den Faslamsbrüdern das Geld für einige Überstunden fehlte, dann spielte Otto Willenbokel mit seiner Ziehharmonika allein weiter zum Tanz, ohne Geld dafür zu nehmen. Aber Otto war vor etwa zehn Jahren aus Nindorf weggezogen und wohnte nun rund zwanzig Kilometer hinter Lüneburg. Er aber hatte sich um den Nindorfer Faslam wirklich verdient gemacht. So dachten die letzten Gäste draußen vor ihrem Gasthaus in Nindorf. „Wir müssen unserem Otto die Ehre und Dankbarkeit erweisen, und zwar schnell noch, am allerbesten sofort. Wir müssen jetzt alle zusammen nach Gifkendorf, Otto wird sich freuen!“ Insgeheim fragte sich jeder, was Magdalene, Ottos Frau, wohl auf den Tisch stellt und was es bei Otto wohl zu trinken gibt, wenn wir kommen.

Es waren zwölf Leute, die so dachten, aber nur einer konnte sein Auto, einen Opel Olympia, bereitstellen, und keiner wollte zu Hause bleiben. Der Autohalter war Karl Schütt, und der bot allen das Auto an. Sofort gab es ein Gerangel um die wenigen Sitzplätze für so viele Fahrgäste. Wer es nicht gesehen hat, wird es kaum glauben: es saßen neun Leute in einem einfachen PkW. Zwei, Heinz Ahlers und Dieter Riedel, standen abseits und sahen sich die Fracht an, eine dritte war Karls damalige Freundin Thea. Aus dem Gedränge im Auto stieg dann Walter Abendroth wegen dringender Geschäfte wieder aus, und die abseits stehende Thea nahm sofort seinen Platz ein, worauf Walter -für lange Zeit grollend- nach Hause ging, das Auto aber durch die Rechtskurve den Berg hinauf in Richtung Gifkendorf abfuhr.

Nach einer guten halben Stunde erreichte die Gesellschaft noch nicht das Ziel, aber Kirchgellersen, und da war auch gerade Faslam. Da wollte man gar nicht rein, aber man musste doch, um sich deren Faslam anzusehen, die Faslamsbrüder zu begrüßen und mit ihnen eine Runde zu trinken. Also blieb das Auto wie von selbst stehen, alle, aber auch alle stiegen aus, und siehe: welche Überraschung! Da waren gar nicht neun Leute, nein elf Nindorfer standen um das Auto herum. Heinzi Ahlers und Dieter Riedel, die noch in Nindorf vor Främbs Gasthaus stehen geblieben waren, standen nun wieder abseits von der Gruppe. Sie waren in Nindorf heimlich und ohne dass es jemand gemerkt hatte in den Kofferraum gestiegen und ebenso unbemerkt wieder ausgestiegen. Nach kurzem Aufenthalt reiste die Elf weiter durch Lüneburg über Barendorf nach Gifkendorf.

Gegen zwei Uhr morgens hatten sie Ottos Haus gefunden, stiegen leise über den Gartenzaum, schlichen ans Haus und stellten sich zum Gesang vor Ottos und Magdalenes Schlafkammerfenster. Nun ertönte aus voller Brust, wie Karl heute noch sagt, die Hymne von Nindorf: „Nindorf ist ein schönes Städtchen, weil es an der Aue liegt“. Drinnen bewegten sich die Gardinen, dann öffnete Otto die Haustür. Er hatte sich eine Hausjacke übergeworfen.

Das Erste, was er vor Schreck sagen konnte, war: „Wat, Fiddi, du hier?“ Fiddi war nämlich bei Otto auf Pohlmannshoff in Nindorf Arbeiter und Melker gewesen. Nach kurzer Begrüßung ging es ins  Haus und bald saßen alle bei Willenbokels in Gifkenhorn an einem wirklich reich gedeckten Tisch.

Für die Rückfahrt beabsichtigte unsere Gesellschaft, den leichten Mädchen in der „Goldenen Dreizehn“ in Lüneburg die Ehre zu erweisen. Auf der Fahrt vor Lüneburg stoppte jedoch die Polizei dieses etwas sonderbare Fahrzeug mit den elf Besatzungsmitgliedern. Karl als Halter musste sich ausweisen. Die Ordnungshüter wunderten sich über die hohe Anzahl der Fahrgäste, und siehe, statt neune waren es sieben. Zwei hatte man so abgedeckt, dass der Polizist sie nicht bemerkte, und an die beiden im Kofferraum hatte gar keiner gedacht. So durfte Karl unter den Augen der Polizei mit seiner ganzen Gesellschaft seine Reise fortsetzen. Nun war es aber doch genug und man machte sich auf den Weg nach Nindorf, wo die Fahrt morgens gegen sieben Uhr in aller Eintracht endete.

 

Die Gäste

Die Nindorfer Faslamsgesellschaft sieht es gern, wenn sich zum Faslam viele Gäste einfinden, kommen sie nun aus Nindorf oder aus der Umgebung. Das gilt für alle Veranstaltungen, sei es der Lumpenball, der Preisskat, an dem Spieler aus Hamburg, seinem Umland oder aus der entfernten Marsch und der nahen Geest teilnehmen, oder seien es die Spielmannzüge und die ”Dörps Muskanten”, die mit Günter Haupt zum Gelingen des Faslams beitragen.

Eine noch größere Freude macht es den Nindorfern, wenn ihre Freunde aus Asendorf, Garlstorf oder Hanstedt zum Faslam anreisen. Diese Gäste, in ihren Heimatdörfern selbst eifrige Faslamsleute, gehören seit über vierzig Jahren zum Nindorfer Faslam, und mancher fragt sich heute, ob sich in der Vergangenheit nicht ein ganz gewisses Ereignis zugetragen hat, dass aus einer allgemein üblichen, nachbarschaftlichen Beziehung eine so feste Freundschaft entstehen konnte.

Die Antwort auf diese Frage hat Rolf Kistenbrügger mit seinem Team gerade zu diesem 50-jährigen Jubiläum nach manchen Umfragen herausgefunden. Hier sind ihre Recherchen:

Die Geschichte von der festen Freundschaft zu Asendorf, die Peter Muus und Arnold Bisping, 1963 in Asendorf Vadder und Mudder, zu erzählen wussten, hört sich fast wie ein Fastnachtscherz an und muss hier daher zuerst vorgetragen werden:

Der unter dem Namen ”Asendorfer Bäcker” bekannte Gustav Harms aus Asendorf fuhr schon in den Fünfzigerjahren mit Brot und anderen Backwaren durch unsere Dörfer, um seinen Kunden seine Waren anzubieten. Gleichzeitig war Bäcker Gustav aktiver Feuerwehrmann und Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Asendorf.

Auch in Nindorf, wo 1962 auf dem Rüst die Wettkämpfe ausgetragen wurden, nahm Gustav mit seinen Asendorfern teil und wurde erster Sieger. Übrigens war Gustav damals gerade dabei, 17 -mal hintereinander den besten Platz zu belegen.

Vom Rüst zogen die Kameraden der verschiedenen Wehren zum ”Braunen Hirsch”, um Ehrungen und Siege zu feiern. Nun hatte Gustav aber in Nindorf eine Freundin, die dazu noch schräg gegenüber vom Gasthaus wohnte, das war Martha Ahlers, die Schwester von Hans Ahlers. In Bier- und Siegerlaune erinnerte sich Gustav an seine Geliebte, darauf kletterten er und seine Mannschaft aus den offenen Fenstern des Gasthofes, rannten über die Straße und stiegen bei Martha ins Küchenfenster wieder ein. Hier drängt sich die Vermutung auf, dass Gustav dieses Fenster wohl schon kannte. In der Küche bei Kalferköpers, wie man das Haus von Ahlers damals nannte, kam es dann zu einer zünftigen Nachtvesper und zu einer glücklichen Begegnung mit Martha.

Allen Asendorfer Feuerwehrkameraden muss dieses Erlebnis so gut gefallen haben, dass sie von nun an häufig zum Feiern nach Nindorf kamen und so auch ständige Gäste des Nindorfer Faslams wurden.

Hatte diese humorvolle Begegnung zwischen Asendorf und Nindorf den Grundstein für eine Freundschaft gelegt, die nun schon über 4 Jahrzehnte andauert, so begann die enge Beziehung zwischen Garlstorf und Nindorf mit einem wirklichen Eklat, einer handfesten Auseinandersetzung.

1963 feierte Nindorf sein Erntefest, an dem, wie schon häufig, junge Leute als Garlstorf teilnahmen. Nun ist es üblich, dass über diesem Fest eine Erntekrone mit Früchten aus unseren Landen hängt, dazu auch eine Flasche Korn. Irgendwann muss diese Flasche aus der Krone herunter. Dazu fand sich Peter Vogts aus Garlstorf bereit. Die jungen Leute hoben ihn empor, er kletterte weiter, bis er die Flasche ergreifen konnte. Mit einem Ruck riss Peter an der Flasche, aber mit ihr kam gleichzeitig die schöne Krone herunter.

Darüber empörten sich unverzüglich und lauthals mehrere Nindorfer, ganz besonders Schorsch Krug und Guschi Menke.

Es kam sofort zu einigen Handgreiflichkeiten zwischen den Nindorfern auf der einen und den Garlstorfern auf der anderen Seite, wobei Hein Leu die Partei der Gäste ergriff und damit die Freundschaft der Nindorfer mit den Garlstorfern derart festigte, dass auch diese nun schon seit mehr als 4 Jahrzehnten anhält.

Auch Franz Röhrs, der später unser Samtgemeindebürgermeister gewesen ist, war damals als junger Mann mit seiner Freundin Elisabeth Vogts, die heute längst seine Frau ist, bei all dieser Aufregung dabei. Wie er später sagte, habe er sich wegen dieses Durcheinanders an die Theke gestellt und dabei sein erstes Bier in seinem Leben getrunken. So sei auch in ihm die Erinnerung an den Nindorfer Faslam bis heute noch geblieben.

Die Garlstorfer und Nindorfer aber schlossen diesen Tag mit einer noch engeren, lange Jahre anhaltenden Freundschaft. Gegenseitig besuchten sie von nun an alle Feste des anderen Partners. Jahrelang gingen die Garlstorfer in Nindorf zum Schnorren mit durchs Dorf und nahmen auch jeweils montagabends mit am gemeinsamen Essen teil.

1962 und 1963 war es auch, als Peter Vogts und Heinz Ferchau aus Garlstorf in Nindorf zu Faslamseltern gewählt worden sind. Im ersten der beiden Jahre war Heinz Ferchau der Vadder und Peter die Mudder, im nächsten Jahr war es umgekehrt.

Folgenden damals jungen Leuten aus Garlstorf wollen wir an dieser Stelle herzlich für ihre häufige Teilnahme am Nindorfer Faslam danken:

Helga Beckedorf                            Klaus Schmidt
Elisabeth Röhrs, geb. Vogts         Heinz Ferchau
Sieglinde Zobel                              Peter Vogts
Ludwig Weselmann                       Ewald Rieckmann
Gerhard Westermann                    Werner Zobel

Von Mitte bis Ende der Sechzigerjahre an erwiderten die Nindorfer diese Besuche in besonders reger Weise. Nicht nur am Garlstorfer Faslam, sondern auch an den Sommerfesten, die Peter Vogts und Klaus Schmidt veranstalteten, nahmen die Nindorfer lebhaften Anteil. In dieser Zeit gehörte Hermine Matthies als Wirtin in Nindorf zur ständigen Begleiterin der Gäste aus Nindorf und zeigte sich bei allen Feiern in einer großzügigen, freigiebigen Art.

Auch über die 60er-Jahre hinaus besuchten sich die Faslamsbrüder und –schwestern aus den anderen Orten gegenseitig.

Wie überall feierten auch die Hanstedter nach dem Kriege wieder Faslam, ließen aber von 1966 an drei Jahre lang davon ab. Ein zentraler Ort in der Heide – und dann ohne Faslam!

So sahen es auch Willi Rademacher, der Bäcker, und Rainer Brackelmann, was sie, den Bäcker-Willi und Dixi, bewog, für das letzte Wochenende im Januar 1969 eine Neuauflage des Faslams vorzubereiten. Sie bestellten Musik, warben einen Tanzsaal an und trafen weitere Vorbereitungen. Erst dann erfuhren sie, dass auch an denselben Tagen die Nindorfer regelmäßig Faslam feierten. Zweimal Faslam auf jeweiliger Nachbarschaft! Das konnte aus leicht ersichtlichen Gründen nicht sein.

In Nindorf entschlossen sich die jungen Leute, ihr Fest um eine Woche vorzuverlegen, was weite Anerkennung in Hanstedt fand und sehr begrüßt wurde. Darum erschien auch der Hanstedter Faslamsclub vollständig zur Nindorfer Fastnacht, sein Vorstand war auch am folgenden Montag zum gemütlichen Abend wieder dabei.

Von nun an entwickelte sich das gute Einvernehmen der närrischen Freunde beider Orte mehr und mehr. So beteiligten sich die Nachbarn am Grillabend zum Schweineessen an den Fischteichen am Fuße des Brunsberges.

Hildegund wiederum setzt ihre Beziehungen ein, um den Hanstedtern für ihr geselliges Treiben Künstler zu fairen Bedingungen zu benennen. Die Hanstedter dagegen überlassen den Nindorfern ihre komplette Lautsprecheranlage. 1971 schlugen zu später Stunde auf dem Nindorfer Faslamsball unser damaliger Faslamsvadder Jürgen Krug und Dixi aus Hanstedt mitten auf dem Tanzsaal zur allgemeinen Belustigung Purzelbäume um die Wette. Am Ende schafften beide bei gleicher Zeit die gleiche Anzahl. So gab es zwei Sieger, und jede Gruppe feierte an der Theke ihren Sieg.

Dies sei zum Schluss ein niedliches Symbol für die feste Freundschaft im Faslam.

 

Was war sonst noch los in früheren Jahren?

Früher durfte derjenige, der noch nicht konfirmiert war, nicht am Faslam teilnehmen. Kinder durften nicht einmal zusehen.

In den Fünfziger- und frühen Sechzigerjahren war Faslam in Nindorf ein richtiges Dorffest, an dem alle teilnahmen. Später fehlten beim Tanz die Oldies, viele blieben zu Hause.

Auf Hein Leus Anregung stiftet Hermine Matthies 1961 eine Faslamsfahne. 1979 fertigt Thea Schütt eine zweite Fahne an, die das Wappen von Nindorf trägt.

Als Peter Riedel 1966 Faslamsvadder war, brachte er von seiner Arbeitsstelle 12 türkische Arbeitskollegen mit, die alle in Helga Schlüschens Pension wohnten.

Hein Leu bestellt zum Lumpenball-Tanzabend eine Jazzkapelle, die niemandem gefällt. Es kam auch vor, dass 8 Tage vor Beginn des Faslams noch gar keine Musik bestellt war. 1968 spielte eine Kapelle, die gar nicht spielen konnte, nicht einmal ”Alle Faslamsbrüder...”.

Karl Schütt erinnert sich, dass es früher nach Schluss des Festabends fast immer noch irgendwo eine Nachtvesper mit Spiegeleiern gab, und Magdalene Gerdau weiß noch, dass dieses Essen meistens bei Wohrtmanns (Koeplin) stattfand.

 

Die Nindorfer Auguste

Faslam muss etwas Neues haben, muss zu neuem Leben erweckt werden, soll durch Neues attraktiver werden, so dachten damals, 1979, Hans-Peter Schlüschen und Helmuth Krug. Angetan durch ein begeisterndes Erlebnis, hatten sie die zündende Idee, anlässlich des jährlichen Faslams einen August, einen Faslams-August, zu ernennen oder einfach zu bestimmen. Er sollte August heißen als Anspielung auf Lustiges, Fröhliches, Unbeschwertes, Clownhaftes. Dieser gute Gedanke fand Freunde, die Faszination Faslam sollte von nun an um faszinierende Auguste erweitert werden, zum Spaße und zur Freude von Faslamsbrüdern und -schwestern, als Attraktion für Dorf und Gäste, die so in großer Zahl zum Festgeschehen in den "Braunen Hirsch” gelockt werden sollten.

Konnte man seinerzeit ahnen, was sich entwickeln würde, dass alle Erwartungen übertroffen würden?

1979
qualifizierte sich Dieter Riedel als 1. August der Faslamsgeschichte. Die Prüfung, die dem Aspiranten gestellt wurde - 4 Beine in die Höhe zu strecken -, bestand er vor den anderen in seiner schlagfertigen Art, indem er einen Stuhl umdrehte. ”Amt ist Bürde”, sagte Dieter, gestaltete, entwarf und schmiedete den nun jährlich zu verteilenden August-Orden.

1980
durfte sich Walter Abendroth als 2. August schmücken, nachdem er in seiner litauischen Heimatsprache ein Lied zum Besten gegeben hatte.

1981
kürten die ersten beiden Hermann Harms zum 3. August, indem ihm, ohne es gewahr zu werden, aus der Küche des ”Braunen Hirsch” ein unbehandelter Schweineschwanz achtern angebunden wurde.

1982
kam als 4. August Helmut Schlüter hinzu, der aus Angst vor der Aufgabe ”August” unter einem Tisch versteckt, gegriffen und von den anderen ins Amt gehoben wurde.

1983
wurde Ernst-August Ahlers von den ersten vier bestimmt und im Trubel des Festes am Montag als 5. August gegriffen, geschultert und in die Gaststube an die Theke befördert, Runde um Runde ging herum.

1984
haben die Auguste zum erstem Mal getanzt, und zwar am Samstag. Die Idee, die Auguste sollten aktiv das Fest mitgestalten, kam von Hermann Harms.
Ein ”Hawai-Tanz” wurde noch 3 Tage vor dem Fest geplant, geübt und reif für die Aufführung gemacht; das geschah im Hause Harms, Im Auetal 15. Außer den teilnehmenden Tänzern, Dieter Riedel, Walter Abendroth, Hermann Harms und Helmut Schlüter -Ernst-August Ahlers hat aus allgemeiner und persönlicher Unpässlichkeit zunächst auf das Tanzen verzichtet-, sorgten hinter den Kulissen Hildegund Harms, bekannt als Carena, und Brigitte Riedel für einen gelungenen Auftritt. Hildegund machte die Musik, trichterte ihren 4 Männern graziöse Ballettschritte ein und schminkte sie Hawaii-insulanisch.
Brigitte nähte allein die Kostüme, die bis ins kleinste Detail über Baströckchen, Aloha-Ketten, schnieke bunte Hemden und Palmwedel südseegetreu geschneidert waren.
Wegen des überragenden Erfolges, der überschäumenden Begeisterung der Nindorfer musste der Tanz am Montag, dem Tag des gemütlichen dörflichen Beisammenseins, wiederholt werden.

Nach dem Tanz wurde Edgar Kornack als 6. August im Saal ausgemacht und nach bewährter Manier an die Theke verschleppt.

1985
tanzte das August-Team ein ”russisches Medley”, Kalinka mit 5 Männern, wobei ein August singen musste, nämlich Hermann Harms auf Russisch, zwar voll Play-back, aber so gekonnt, dass er auf seine perfekte Beherrschung des Russischen mehrfach angesprochen wurde. Hinter den Kulissen schalteten und walteten die Faslamsschwestern des vergangenen Jahres. Übungsort war wieder die Wohnstube im Hause Harms.
Zum 7. August wurde am Montag Ralf Böge ”verurteilt”.

1986
kamen die Auguste, wie stets Samstag und Montag, den dicht gedrängt sitzenden und stehenden Festgästen französisch, mit einem ”Cancan”. Alle Auguste waren als Mademoiselles zu kostümieren, was gemeinsam Brigitte Riedel und Auguste von der Heide schneiderisch meisterten. Simone und Kerstin Riedel unterstützten Hildegund tatkräftig dabei, die gestandenen Mannsbilder in Damen umzuschminken.
Dieter Riedel trat voll Play-back als Mireille-Matthieu-gestyltes Double auf und präsentierte als Chansonette ”Milord”.
Der Kür zum 8. August folgte willig Wilfried Koeplin.

1987
tanzten die Auguste ein gemischtes Ballett in gewagtem Aufzug nach ”Hoffmanns Erzählungen”. Die vielen Auguste stellten ein choreografisches Problem dar, eine Ballettmeisterin musste her, nur woher? Hildegund wusste Rat und brachte Giesela Eder ins Faslamsgeschehen ein. Sie reiste extra aus Regensburg an, um den Augusten die richtigen Schritte des gehobenen Tanzes beizubringen. Ab nun waren unsere Amateurtänzer professionell betreut.

Des Montags neuer 9. August wurde nach dem bewährten Muster des geplanten Zugriffes Peter Schmidtke.

1988
tanzten 8 Auguste, 4 als Damen und 4 als Herren, einen Rückblick auf die glorreichen, sündigen, goldenen ”Zwanzigerjahre”, im typischen Charleston-Outfit. Die Proben für den Tanz konnten nicht mehr in der Wohnstube Harms über die Bühne gehen, man wich in das Haus Uhlenbusch nach Hanstedt, Vor den Bergen, aus.

1989
erschienen die Auguste im Saal zu einer ”Pariser Revue”: Dieter mit einem Matthieu-Chanson, Apachentanz mit Edgar und Ralf, Hermann mit gewagt erotischem Striptease. Geübt wurde in diesem Jahr in der Hanstedter Schule, da das neue Gerätehaus der Nindorfer Feuerwehr erst 1990 fertig gestellt sein würde.
Auf die Bestimmung eines neuen Augusts wurde ab diesem Jahr zunächst verzichtet; denn der Saal im ”Braunen Hirsch” ist für mehr als 9 tanzende Auguste schlicht zu klein.

1990
wurde zum 40-jährigen Jubiläum von 8 Augusten -Rudi musste aus beruflichen Gründen passen- ein ”Potpourri von Hawaii bis Paris” aller bisheriger August-Tänze eingeübt. Ständiges Umziehen und Umschminken war angezeigt, machte allen im Team, besonders hinter den Kulissen viel Stress, aber lebhafte, überraschende, verblüffende Wechsel prägten das Programm.

Von weit her reisten mittlerweile Gäste und Fans des Balletts zu diesem großen Ereignis und Erlebnis nach Nindorf an.

1991
führten die verbliebenen 8 Auguste eine ”Damenmodenschau” -Strapse und Abendkleider, Bademoden, Dessous, Schlafgewänder- auf dem Laufsteg des Gasthauses vor. Die vorzuführenden Modestücke mussten die Auguste zu Hause abstauben, die Größen wurden vom bewährten Schneiderteam geändert und angepasst. Conférenciers der Modenschau waren Hela Johannsen und Christine Schmidtke. Die Livemusik zum Programm spielte Hildegund Carena auf ihrem Akkordeon.

1992
haben Hildegund und Gisela über ihre ständige Telefonleitung von Hanstedt nach Regensburg den Augusten den Tanz ”Cabaret” beigebracht. Als Nicht-August hat Hartwig Johannsen den Part des Conférenciers perfekt gespielt. Noch aufwendiger als in den anderen Jahren wurden die Schneiderarbeiten von Christine Schmidtke, Uta Rathenow und Marion Kühl gemeistert, alles nach den schwierigen Alles-oder-gar-nichts-Wünschen von Hildegund.

1993
führten die Auguste spanische Tänze aus ”Carmen” vor. Edgar heiratete, zog um, schied aus, Hartwig sprang ein; denn, so Hildegund, 8 mussten es sein für die Aufführung.

1994
wünschten sich die Auguste zum 10-jährigen Bestehen ihres Balletts, noch einmal die ”Zwanzigerjahre” zu tanzen. Wieder stimmten die Kostüme von den Gamaschen über den Stock bis zum Zylinder, nichts wirkte laienhaft genäht und geschneidert, ein grandioser Anblick, zumal auch Frisur und Schminke echt, recht charakterisch und getreu gelungen waren.
In diesem Jahr gab es wieder einen Zuwachs bei den Augusten. Burghard von der Heide wurde 11. August.

1995
traten die Auguste als ”Putz-Ballett” mit Schrubbern und Eimern auf. Ralf Böge, wegen gebrochenen Fußes nicht tanzfähig, sang voll Play-back Hildegunds ”Schweine-Tango”.

Am Montag wurde Volker Tolzien zum 12. August ausgerufen.

1996
verwöhnten die Auguste, perfekt geschminkt als Schwarze, das begeisterte Publikum mit dem Tanz ”Afrika”: Krieger, Häuptlinge, Tiere tanzten im Saal. Sangestalent Dieter Riedel doubelte Billy Mo mit dem ”Tirolerhut”.

1997
feierten die Auguste vor den Augen aller faszinierten Zuschauer eine stimmungsechte ”Fiesta Mexicana”. Nach Jahren des Verzichts schwang nun der 5. August, Ernst-August Ahlers, sein mexikanisches Tanzbein mit den anderen.

1998
tanzte die Gruppe nach Ohrwürmern von Schlagern ein ”Hit-Konfetti”, garniert mit einem Heidjerballett in Zeitlupe. Nicht Play-back, sondern live sangen abwechselnd Dieter und Volker, begleitet von Hildegund auf ihrem Akkordeon.


1999
öffneten die Auguste im Jahr vor dem großen Jubiläum vor aller Augen die Seemannskiste und feierten mit allen ein lebendiges, temperamentvolles, munteres ”Bordfest”. Walter, er wollte partout nicht mehr tanzen, verbrachte den Abend getragen werdend als leibhaftige Seejungfrau.

Zuletzt, deswegen jedoch nicht geringer als Vorangegangenes geachtet, soll die aufwendige, mühsame Arbeit hinter den Kulissen des Spektakels gewürdigt sein.

Ohne all jene, die hinter der Bühne Großartiges, Hervorragendes geleistet haben, herabzusetzen, ihr Tun nicht zu würdigen, ihren Beitrag zum Ganzen zu schmälern, muss einmal nachdrücklich und vernehmlich gesagt sein, dass ohne Hildegund Harms-Carena und Gisela Eder kein August einen Tanzschritt getan hätte.

Wenn die Auguste bei der Vielfalt der Bewegungen verzweifelten, beim Herbeiführen des Gleichklangs ihrer Schrittfolgen den Mut verloren, unmittelbar vor der Aufführung unter Druck und Spannung beinahe hoffnungslos und zur Selbstaufgabe bereit waren, hat Hildegund sie aufgerichtet, indem sie ihren Jungs Mut und Hoffnung gemacht, Zuversicht und Zuspruch gegeben hat, unermüdlich und beharrlich an ihre Ehre appelliert, unerschütterlich und standhaft ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl gestärkt hat. Die Monate mühseliger Kleinarbeit vor der Aufführung lasteten dann bald nicht mehr nur auf Hildegunds Schultern, unsere Ballettmeisterin Gisela Eder hat gleichrangig und ebenbürtig den Tanz gestaltet, Last und Lust des Übens und Vorbereitens getragen.

Für die vielen Handgriffe des Schneiderns und Nähens, des Frisierens und Schminkens, des Anpassens und Umziehens waren in den 16 Jahren des Balletts zuständig:
Brigitte Riedel, Kerstin Riedel, Simone Riedel, Regina Riedel, Auguste von der Heide, Christine Schmidtke, Uta Rathenow, Marion Kühl, Conni Böge, Katrin Klinger, Petra Sander, Kerstin Bittmann, Renate Ahlers

Requisiten:
Volker Tolzin, Hermann Harms

2000, das Jubiläumsjahr

Hier wird noch gearbeitet.

Die lustigen Nindorfer

Hier wird noch gearbeitet.

 

Kindertanz und Kindermaskerade

Wenn die Veranstalter des Faslams in den Zwanziger- und Dreißigerjahren noch glaubten, die Kinder vom Faslamstreiben fernhalten zu müssen, weil der Faslam gelegentlich eine leichte Auflockerung der Sitten zuließ, so änderte sich diese Ansicht in den letzten Jahrzehnten.

1970 luden die Faslamsleute zum ersten Mal alle Kinder, die kleinen und großen, zu einer Kindermaskerade ein und behielten diese Geste an die Jüngsten bis heute bei.

Sonnabends nach dem Kömbuddelsuchen spielte lange Jahre Günter Haupt auf seinem Akkordeon zum Kindertanz auf.

Dazu erschienen alle in narren- oder märchenhafter Ausstattung, die Kleinsten in Begleitung ihrer Mütter und auch Väter und bewegten sich in tanzender und spielerischer Weise über den Saal. Gegen Ende dieser Kindermaskerade fand zur Belohnung eine Verlosung statt, bei der in den ersten Jahren Süßigkeiten an alle verteilt wurden. Heute stehen für die Verteilung Sachen bereit, die mehr Gefallen finden, es werden Utensilien für den Schreib- und Malbedarf ausgeteilt, dazu Kinderbücher, Bastelmaterial, Spielsachen und manche andere Dinge, an denen Kinder ihre Freude haben.

 

 

Der Montagabend – Der Ausklang des Faslams

Die Faslamsleute mögen ihren Tanzabend vom Sonntag auf den Sonnabend, das Schnorren vom Montag auf den Sonntag oder andere Veranstaltungen von einem Tag auf einen anderen verlegt haben, das gesellige Miteinander der Faslamsmannschaft mit der ganzen Dorfbevölkerung gehört seit sehr vielen Jahren dem Montagabend. Es ist wohl nicht falsch, wenn wir sagen, dass viele Nindorfer, ob Jung oder Alt, ob Alteingesessene oder neu Angesiedelte, an diesem Abend mit Begeisterung teilnehmen, weil sie erkennen, dass dieser Abend von Jahr zu Jahr mehr zum Mittelpunkt des Nindorfer Faslams geworden ist.

Seit 1965 spielt am Montagabend eine fünfköpfige Musikkapelle zur Unterhaltung und zum Tanz bis nach Mitternacht auf, wie nur die Älteren unter den Gästen sie noch aus ihrer Jugendzeit kennen.

Dazu wird an diesem Abend alljährlich von den Faslamsschwestern eine Tafel gedeckt, auf der es an Grützwurst mit Salzkartoffeln, an Brot, Wurst, Eiern und anderen Zutaten nicht fehlt. Selbst an Getränken nach jedermanns Geschmack wird nicht gespart.

Soll der Abend aber einen besonderen Höhepunkt haben, so bildet der Auftritt des Balletts der Nindorfer Faslamsauguste seit 1984 diesen ganz sicher. Und immer wieder gehen ein herzhaftes Lachen und ein anhaltender Beifall durch die Reihen der Gäste. Was Nindorf alles kann!

Nach dem Essen und vor dem Ballett soll eine kurze Ruhepause einkehren, die von jemandem genutzt wird, der zur fröhlichen Unterhaltung anregt. Erfundene oder halbwahre Begebenheiten kommen hier in einer Art Büttenrede zum Vortrag.  

Während der folgenden Tanzmusik steigt dann die große Tombola, die wegen der Neugier der Gäste reichlich Anklang findet. Tolle Überraschungen machen sie für manchen zu einem wahren Freudenfest. Vor Jahren war der Spaß besonders groß, als Uwe Harkensees Toilettenbürste an Helmut Schlüter fiel und dieser sie gleich zur amerikanischen Versteigerung hergab.

Findet am Anfang des Abends noch eine Begrüßung, Ordenskontrolle und Ordensverleihung durch den Präsidenten Rolf Kistenbrügger statt und gehen gleichzeitig zwei Faslamsbrüder mit einer Schere durch die Reihen der Gäste, um nach eventuell vorhandenen Schlipsen zu sehen, so versammelt sich alles nach dem letzten Tanz in der Saalmitte zum abschließenden Lagerfeuer.

 

Die Faslamseltern

Wir halten es für angebracht, ein Verzeichnis der Faslamseltern aus den vergangenen fünfzig Jahren in diese Chronik einzubringen, weil beide, Faslamsvadder wie Faslamsmudder, neben dem Präsidenten Verantwortung und Sorge für das Planen und Gelingen aller Veranstaltungen, die zum Faslam gehören, tragen.

Darum beginnt mit dem Anbinden des Faslams auch zugleich die Wahl seiner Eltern, und jeder, ob Mann oder Frau, kann zum Faslamsvadder oder auch zur Faslamsmudder gewählt werden. Der Faslam setzt sogleich zu seinem Beginn ein Symbol für Ungezwungenheit und Spaß.

 

Jahr

Vadder

Mudder

1950

Otto Krug

-

1951

Otto Sievers

-

1952

Wilhelm Gerdau

Erich Menke

1953

Wilhelm Gerdau

Erich Menke

1954

Gustav Gerdau

Otto Dieckmann

1955

Günther Koeplin

Rudi Schierhorn

1956

Friedrich Conrad

Rudi Schierhorn

1957

Friedrich Conrad

Erich Menke

1958

Dieter Borchers

Dieter Riedel

1959

Horst Leu

Walter Abendroth

1960

Horst Leu

Karl Schütt

1961

Heinz Leu

Dieter Riedel

1962

Heinz Leu

Heinz Ahlers

1963

Heinz Leu

Heinz Ahlers

1964

Heinz Leu

Heinz Ahlers

1965

Heinz Ahlers

Peter Riedel

1966

Peter Riedel

Hans-Peter Schlüschen

1967

Jürgen Krug

Heinz Leu

1968

Jürgen Krug

Heinz Leu

1969

Jürgen Krug

Helmut Schlüter

1970

Jürgen Krug

Hans-Peter Schlüschen

1971

Jürgen Krug

Ernst-August Ahlers

1972

Jürgen Krug

Friedrich Conrad

1973

Jürgen Krug

Friedrich Conrad

1974

Jürgen Krug

Waldemar Kornack

1975

Helmuth Krug

Hans-Peter Schlüschen

1976

Helmuth Krug

Ralf Isernhagen

1977

Günter Krug

Rüdiger Ahlers

1978

Helmuth Krug

Siegfrid Ahlers

1979

Helmuth Krug

Ralf Isernhagen

1980

Helmuth Krug

Siefrid Ahlers

1981

Edgar Kornack

Rolf Kistenbrügger

1982

Rolf Kistenbrügger

Wilfried Koeplin

1983

Rolf Kistenbrügger

Wilfried Koeplin

1984

Gerd Kühn

Wilfried Koeplin

1985

Gerd Kühn

Norbert Koeplin

1986

Norbert Koeplin

Burghard von der Heide

1987

Norbert Koeplin

Burghard von der Heide

1988

Burghard von der Heide

Norbert Koeplin

1989

Eugen Krug

Burghard von der Heide

1990

Norbert Koeplin

Ralf Böge

1991

Martin Schmidtke

Norbert Koeplin

1992

Malte Johannsen

Martin Schmidtke

1993

Annegret Kluge

Malte Johannsen

1994

Simone Riedel

Ralf Böge

1995

Anja Ahlers

Armin Ahlers

1996

Burghard von der Heide

Helmut Schlüter

1997

Helmut Schlüter

Dieter Riedel

1998

Ernst-August Ahlers

Peter Schmidtke

1999

Michaela Ahlers

Andreas Sander

2000  

Simone Riedel

Norbert Koeplin

2001

Michaela Ahlers

Helmut Schlüter

2002

Andreas Ahlers

Sascha Bode

2003

Jürgen Kaeselau

Andreas Ahlers

2004 

Anja Ahlers

Dirk Gehrmann 

2005

Anja Ahlers

Dirk Gehrmann

2006 Cornelia Böge Michaela Ahlers

2007

Cornelia Böge

Lara Bode

2008 Anja Teiwes Andreas Sander
2009 Petra Sander Claus Szczesinski
2010 Dirk Froese Michael Schierhorn